Historischer KGV-Chart zeigt: Aktien sind im Schnitt momentan nicht teuer…

Eine der ersten fundamentalen Kennziffern, die ein Börsianer kennenlernt und kennenlernen sollte, ist das Kurs-/Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Englisch: Price-/Earnings-Ratio (P/E).

Das KGV zeigt das Verhältnis des aktuellen Aktienkurses zum Unternehmensgewinn pro Aktie auf Jahresbasis. So kann der Anleger sehr leicht erkennen, welcher Preis für das Unternehmen in Erwartung künftiger Unternehmensgewinne an der Börse gezahlt wird.

Unterscheiden kann er dabei die Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf Basis der vergangenen und aktuellen Ergebnisse wie aber auch auf Basis der prognostizierten Gewinne. In der Regel betrachten Anleger dabei die KGVs des aktuellen wie die des Folgejahres.

Für die Beurteilung, wann eine Aktie gemäß KGV günstig oder teuer ist, gibt es natürlich einige Variablen.

So zum Beispiel die Dynamik der Gewinnentwicklung. Für Aktien der sogenannten New Economy-Unternehmen wurden in den neunziger Jahren teilweise hohe Aufschläge bezahlt, da die jährlichen Zuwachsraten bei Umsatz und Ertrag die KGVs schmelzen ließen (oder zumindest eine Hoffnung darauf bestand). KGVs von 100, 150 oder mehr bei großen Internetunternehmen wie zum Beispiel Yahoo waren keine Ausnahme.

Während der Ausgang des New Economy-Hypes natürlich ausreichend bekannt ist, kann man die Argumentation, hohe KGVs seien bei dynamischen Wachstumsunternehmen nicht unberechtigt, keinesfalls abtun. Bestes Beispiel ist google, bei dem bis vor einigen Jahren so mancher sich nicht mal vorstellen konnte, woher überhapt künftige Erträge (von heute knapp 6 Mrd. US-Dollar) kommen könnten. amazon.com, apple und dergleichen haben im Nachhinein viele Anleger glücklich (und reich) gemacht.

Im Durchschnitt aller Unternehmen, das heißt auch derjenigen, die weitaus geringere Gewinnzuwächse verzeichnen – darunter die großen Standardwerte, ist natürlich ein weitaus geringeres KGV gerechtfertigt.

Auch wenn es keine Pauschalregel gibt, kann man jedoch sagen, dass gesunde Unternehmen in einem intakten wirtschaftlichen Umfeld mit KGVs von unter 10 eher günstig sind, von über 25 langsam teuer werden.

Beste Indikation für den an der Börse bezahlten fairen Wert auf KGV-Basis ist natürlich der historische Durchschnitt. Und hier zeigt sich, dass Aktien als Anlageklasse, d.h. in der Breite nicht übermäßig teuer bewertet sind, wie der Chart der durchschnittlichen KGVs amerikanischer S&P 500-Werte zeigt:

Ich denke, dieser KGV-Chart stellt die momentane fundamentale (nicht jedoch die technische!) Bewertung des Marktes perspektivischer dar.

Trotz der steilen Kurszuwächse werden aktuell noch keine überzogenen Preise an der Börse bezahlt.

Quelle: http://www.econbrowser.com/archives/2009/12/lost_decade_for.html

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Eine Antwort zu “Historischer KGV-Chart zeigt: Aktien sind im Schnitt momentan nicht teuer…

  1. Dank dir, jetzt endlich habe ich das ganz verstanden ;-)

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